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INTERVIEW
MINERS, eine scharfkantige Bluesrockband aus Freiberg. Der erste Kontakt mit Sänger Andreas ist ein paar Jahre her. Damals, nach einem Konzert mit den LOMBEGO SURFERS in der DRESDNER GROOVESTATION, sprach ich ihn an, da mich ihr Stil sehr deutlich an den meiner damaligen Lieblingsband DEAD MOON erinnerte. So kamen wir ins Plaudern und ich kaufte dann auch ihre erste 7″ Single “from down below / unmarked territorries” von 2003. Über die Jahre entwickelte sich ein loser Kontakt. Dazu nun ein Interview:
Andreas, wann hast Du die Band gegründet, und was war deine Initialzündung, selbst Musik zu machen?
Angefangen hab’ ich erst vor 10 Jahren. “Erst”, weil ich damals schon 35 war – nicht gerade das optimale Alter, um eine Band an den Start zu bringen. Damals war in der Band eines Freundes der Sänger ausgestiegen und bevor sie sich auflösten, wollten sie’s halt nochmal mit mir probieren. Aufgelöst haben sie sich dann allerdings nur kurze Zeit später, hahaha… Aber Bassist und Schlagzeuger hatten Vertrauen in die Sache und so haben wir 1999 UNDEROCK aus der Taufe gehoben. Die MINERS wurden es, als wir vor 7 Jahren Breiti an die Drums geholt haben.
Mit “Muldental Sounds” hast du dein eigenes Label gegründet, und veröffentlichst eure Aufnahmen. Was gab dafür den Ausschlag, mangelndes Interesse anderer Labels, oder wolltest du die Bandangelegenheiten lieber selbstverwalten?
MULDENSOUND- das ist ein kleines Wortspiel. Hat etwas von Nische, das ist das, wo wir uns musikalisch bewegen und gleichzeitig gibt es da diesen lokalen Bezug: unser Proberaum liegt direkt am Flüsschen Mulde.
Für uns ist der Eigenverlag die einfachste Möglichkeit, unsere Musik zu veröffentlichen. Es redet uns keiner rein und wir müssen nicht hausieren gehen. Wann immer ein paar Songs fertig sind und ein bissel Geld in der Bandkasse ist, werfen wir die 8-Spur-Bandmaschine im Proberaum an und los gehts.
Ihr veröffentlicht auf Vinyl, hast du dazu einen besonderen Bezug?
In welchen Auflagen sind die beiden Singles erschienen, und wo läßt du diese pressen?
Ein anderes Medium stand für die MINERS nie zur Debatte. Denn etwas originaleres als Vinyl gibt es gar nicht. Aber das brauche ich Dir als DJ nicht zu erzählen, oder?
Und: ich liebe das 7″-Format, am liebsten mit 45 rpm und großem Mittelloch…
Wir haben von beiden bislang erschienenen Platten 200 bzw. 250 Stück pressen lassen und sind – wie weiland die erzgebirgischen Pascher – mit dem Rucksack über den Erzgebirgskamm ins Böhmische geschlichen. Dort stehen noch ganz alte Pressmaschinen. Man kann, wenn man will, dabei zusehen, wie die eigene Musik Form annimmt und einem dann noch ganz warm in der Hand liegt.
Wie bei der Geburt eines Kindes, wunderbar…
Musikalisch orientiert ihr euch mit schroffem, schörkellosem Bluesgaragenrock an “Dead Moon”, worum geht es in deinen Texten?
Schreibst du sie vor der Musik, oder zum “Sound”?
In den meisten Fällen läuft das so ab, dass ich ein inhaltliches Thema hab’, wo ich gerne einen Text zu machen möchte. Meist ziemlich persönliche Sachen. Es kann aber auch etwas ganz alltägliches sein, wie z.B. unser neuestes Lied “Outta Here”, wo’s um die Leute geht, die glauben, woanders ist alles besser. Also, es gibt ein Textthema, vielleicht auch eine Refrainzeile, aber noch keinen Text. Dann schreibe ich erst den Song fertig, so, dass es stimmungsmäßig mit dem Thema für mich einen Sinn ergibt. Und erst dann versuche ich, den Text zu schreiben. Also genau genommen schreibe ich den Text auf die Musik.
Ihr hattet vor einigen Jahren bei einem Konzert mit der US-Garagerocklegende DEAD MOON im Steinhaus Bautzen noch eine Geigerin dabei. Wie würdest du euren damaligen Stil vom heutigen unterscheiden?
Gibt es Aufnahmen mit Geige?
Daran kannst Du Dich noch erinnern? Das ist immerhin acht Jahre her… Ja, am Anfang haben wir dieses und jenes ausprobiert und die Geige gab dem Ganzen schon auch eine spezielle Note. Als Farbtupfer, z.B. bei Balladen, sicher wunderbar, aber im Garagerockkontext auf Dauer schwierig. Veröffentlicht haben wir damals noch nichts. Aber es gibt ein paar Mitschnitte von Konzerten, zum Beispiel von FLOWER POWER FESTIVAL 2000 (Freiberg). Dort haben wir mit der Geige “Hurricane” von BOB DYLAN gecovert. Das hat den Blumenkindern schon ziemlich gut gefallen.
Mit wem und wo seit ihr im Laufe der Jahre noch aufgetreten, wie seid ihr dazugekommen? Gibt es Wunschvorstellungen, mit wem du gern spielen würdest?
DEAD MOON haben wir über die Zeit einige Male supportet und sind dafür auch mal nach Bielefeld, Köln oder Berlin gefahren. LOMBEGO SURFERS, FREYGANG um mal ein paar weitere Namen zu nennen…
Manchmal werden wir von Veranstaltern, die uns kennen, angefragt oder ich kümmer’ mich, wie im Falle DEAD MOON selber drum. Danach kann für mich jedenfalls auch nichts mehr kommen, keine Wunschvorstellungen also.
Du und deine Band, ihr kommt aus Freiberg. Gibt es dort eine Szene für Musik?
Es gab ja auch mal einen Schallplattenladen, der wenigstens Dienstags und Donnerstags geöffnet hatte. Ich glaube, der hat zur Zeit geschlossen, weißt Du wieso?
Das letzte Mal, dass ich hier in der Stadt ein Konzert besucht habe, ist ein paar Jahre her. Jazz ist meine Sache nicht und so muss man schon nach Dresden, Chemnitz oder Annaberg fahren. Wobei: demnächst, am 22.5. gibt es vor den Toren der Stadt das Hammerberg-OpenAir. Da spielen u.a. DRIVE-BY SHOOTING, da werde ich wohl dabei sein.
Jagger’s Plattenladen ist schon seit einer Weile geschlossen. Das ist sehr schade, ja.
Was sind deine persönlichen Favouriten, wenn du mal nicht mit eigner Musik unterwegs bist?
Schöne Frage. Wechselt immer mal, logisch. Auf die Insel würde ich alle meine BOB DYLAN- und DEAD MOON-Platten mitnehmen. Müsste ich schon morgen packen, dann kämen noch je die letzte T-BONE BURNETT-, JOE HENRY- und HOLLY GOLIGHTLY-Platte mit in den Koffer.
Andreas, vielen Dank für das Interview!
(veröffentlicht in der Juli-Ausgabe des Dresdner Undergroundmagazins “Der Knüller”, das Gespräch führte DJ Cramér; 2009)
OX
THE MINERS (minersrock.de) kommen aus der Provinz, haben augenscheinlich schon etliche Lenze auf dem Buckel und spielen auf ihrer 2-Track-7″ düster-melancholischen Garage-Rock, der durchaus an DEAD MOON erinnert. Doch, zwei wirklich schöne Songs mit passendem Sound … (Chris Virgo im OX-Fanzine #57, Nov 2004)
Flight 13
Drei schon etwas ältere Herren aus dem Osten der Republik covern Dead Moon. Nein, es sind eigene Stücke, orientieren aber so stark, dass man’s glauben könnte (wenn ich nicht alle Dead Moon Songs kennen würde). Recorded wurde wie es sich gehört analog auf 8-Spuren, was natürlich locker ausreicht und fast ein Muss ist, diese Art von Sound authentisch rüberzubringen. Mit dem Titeltrack ist ihnen direkt auch ein kleiner Hit gelungen … (Tom Haller von Flight13, Music Mailorder Freiburg)